IHK und Oberschule Krauschwitz gehen gemeinsam neue Wege Christian Köhler (LR) 27.09.2019-17:27   TOP 
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In Krauschwitz ist eine Kooperation zwischen zehn Unternehmen und der Schule geschlossen worden. Das soll Schulabgänger und Fachkräfte von Morgen in der Region halten.
Gut dreiviertel der Schulabgänger der Oberschule Krauschwitz verlassen regelmäßig die Gemeinde und die Region rings um Weißwasser. Das ist nicht nur für Krauschwitz ein Problem – die Gemeinde verliert dadurch die zweite Generation an Einwohnern und bekommt folglich weniger Schlüsselzuweisungen vom Freistaat – sondern auch für die Unternehmen.
Der kaufmännische Leiter der Willms Weißwasser GmbH, Uwe Henkel, kann davon ein Lied singen. „Wir haben seit Jahren nicht mehr alle Ausbildungsstellen bei uns besetzen können“, erklärt er der RUDNSCHAU. Gern würde Willms auch Praktikanten im Rahmen des Schulpraktikums nehmen – wenn denn Schüler anfragen würden. Die Fleisch- und Wurstwarenfabrik steht dabei nicht alleine da.
Das bestätigt Frank Großmann, Geschäftstellenleiter des Görlitzer Büros der Industrie- und Handelskammer Dresden: „Es gibt einen massiven Fachkräftebedarf im Landkreis Görlitz“, sagt er. Die Firmen suchen de facto in allen Bereichen händeringend nach Nachwuchs. „Und das auch deshalb, weil inzwischen die zweite Generation des Nachwuchses davor ist, die Region in Ostsachsen zu verlassen.“ Die erste hatte sich bereits nach der Wende verabschiedet, ist der Arbeit hinterher gereist. „Heute fehlen deren Kinder der hiesigen Wirtschaft“, so Großmann. Die Obeschule in Krauschwitz hat deshalb gemeinsam mit der IHK sowie insgesamt zehn regionalen Unternehmen am Donnerstag eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Das Ziel, so erklärt der stellvertretende Schulleiter Frank Seidel, ist es, die Schüler frühzeitig mit Unternehmen und ihren Anforderungen vertraut zu machen.
Das nämlich sei nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick anmuten mag. „Die Schüler wissen zum Teil nicht einmal, was in der Keulahütte Krauschwitz hergestellt wird“, bemerkt Beratungslehrerin Annegret Friedrich. Und noch etwas: Der Freistaat Sachsen hat vor gut vier Jahren in den Lehrplan eingegriffen. Gab es nämlich das Schulfach „Wirtschaft-Technik-Hauswirtschaft“ (WTH) einstmals bis zur zehnten Klasse, ist dieses zugunsten vom Fach Gemeinschaftskunde in der zehnten ersetzt worden.
„Sicher ist es wichtig, bei den Schülern das Verständnis für Demokratie zu stärken“, meint IHK-Geschäftsführer für Ausbildung Torsten Köhler, „allerdings ist die Berufsorientierung ein nicht zu vernachlässigender Faktor.“ Das bestätigt auch Frank Seidel, der es mehr als nur Schade findet, „dass man den Vertiefungsunterricht der WTH-Fächer eingedampft hat.“
An der Geschwister-Scholl-Oberschule hatte man nicht nur deshalb schon vor Jahren damit begonnen, eine Projektwoche für die Schüler der neunten Klasse ins Leben zu rufen. „Darin soll fächerübergreifend das Schreiben von schriftlichen sowie Onlinebewerbungen trainiert werden“, erklärt Annegret Friedrich. Sie begründet die Woche auch damit, „dass das Interesse der Schüler für einen Ausbildungsplatz manchmal einfach nicht gegeben ist.“ In den vergangenen Jahren – auch mit Hilfe von regionalen Unternehmen wie etwa der Firma Kreisel, der Keulahütte, dem Kaufland, Hotel Kristall aus Weißwasser oder aber Willms – habe man die Schüler sensibilisieren können. „Wenn die Jugend von Unternehmen erfährt, was gefordert wird, glauben sie dem manchmal mehr als uns“, sagt die Beratungslehrerin. Entsprechend dankbar ist sie deshalb für die Kooperation, denn nicht nur bei der Projektwoche wollen die Firmen vor Ort sein, sondern auch Praktika und Ferienarbeit für die Krauschwitzer Schüler anbieten. Allein die Schulpraktika in der achten und neunten Klasse – die noch Pflicht sind – bieten eine gute Gelegenheit, sich in die Berufe einzuarbeiten.
„Seit Jahren haben wir durch die Kooperation wieder einen Praktikanten“, sagt Uwe Henkel von Willms. Für ihn ist es „eine sehr gute Sache“, gleich in der Schule um neue Azubis zu werben. Das sieht auch Matthias Kreisel vom international agierenden Anlagenbauer Kreisel aus Krauschwitz so. Künftig werden die Firmen nicht nur in den Hausaufgabenheften präsent sein, sondern zu Firmenführungen oder beim Tag der offenen Tür der Schule am 13.Januar 2020 vor Ort sein. Später sollen dann auch Bewerbungsgespräche simuliert werden.


 „Stundenausfall ist keine Größe bei uns“ Rolf Ullmann (SZ) 11.02.2019-16:14   TOP 
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Der große Teddy im Kabinett der Schulsozialpädagogin Stefanie Marko (Bildmitte) wird von den Schülern gern zum Knuddeln und Kuscheln genutzt.

Als Schule auf dem Lande hat die Oberschule Krauschwitz einen großen Vorteil. Nicht nur dieser überzeugt.
Sie weisen den Eltern mit ihren Sprösslingen am Montag den Weg zum Nachmittag der offenen Tür: die beiden großen Laternen vor dem Haupteingang der Oberschule Krauschwitz. Rund zwei Stunden besteht für sie nun die Möglichkeit, sich ein Bild von den Lernbedingungen an der Bildungseinrichtung zu verschaffen und all ihre Fragen loszuwerden. Diese Gelegenheit lassen sich Claudia Gravina und Jaqueline Rätsch nicht entgehen. Die beiden jungen Frauen kommen jedoch nicht nur zum Schauen und Fragen, sie führen auch einen besonderen Auftrag mit sich. Gemeinsam mit ihrem Nachwuchs erstellen sie ein Plakat, mit welchem sie in der Grundschule Sagar auf die Lernmöglichkeiten in Krauschwitz aufmerksam machen wollen. Nach einem ersten Rundgang durch das Schulhaus landen sie im Kabinett der Schulsozialpädagogin Stefanie Marko. Seit diesem Jahr gibt sie den Schülern Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung von persönlichen Konflikten der verschiedensten Art. „Der Schwerpunkt liegt derzeit bei den Mädchen der 5. bis 8. Klasse. Sie kommen gern und vor allem freiwillig zu mir, um in der gemütlichen Sitzecke über ihre Probleme zu sprechen“, erläutert Stefanie Marko. Neben dieser Aufgabe hält die junge Frau zahlreiche Angebote für die Gestaltung der Freizeit am Nachmittag sowie für die Ferien bereit. Auch diese werden gern und zahlreich von den Schülern in Anspruch genommen. Im benachbarten Raum informiert Sabine Liebsch, die Fachlehrerin für Geschichte und Sport, derweil die Eltern von Viertklässler Linus Päschke über Themen und Lerninhalte im Fach Geschichte. Das geschieht im Unterrichtsraum der Klasse 5 b. An der Schule gilt ein striktes Klassenraumprinzip. Jeder Raum wird stets von derselben Klasse für den Unterricht genutzt. Eine Ausnahme bilden nur die Fachkabinette für Chemie, Physik und Informationstechnik. „Diese Aufteilung bringt gleich mehrere Vorteile. Die Schüler finden ihren Ruhepol. Sie wissen, wo sich ihre Sachen befinden, und sie nutzen auch die Möglichkeit, selbst ihren Klassenraum auszugestalten. Es ist sozusagen ihr Hoheitsgebiet“, berichtet die Fachlehrerin.
Für Linus steht inzwischen fest, hier wird er im Herbst das neue Schuljahr in einer der beiden 5. Klassen beginnen. Schulleiter Michael Christoph ist sehr zuversichtlich, dass es auch in diesem Jahr gelingt, diese Klassenstufe zweizügig zu beginnen. Derzeit erwerben 220 Schüler an der Oberschule Krauschwitz das Rüstzeug für die Anforderungen ihres künftigen Lebensweges. „Mit unseren 21 Lehrkräften sind wir auch in diesem Schuljahr voll in die Lage versetzt, den Lehrstoff entsprechend den Vorgaben abzusichern. Stundenausfall ist daher keine Größenordnung bei uns“, erläutert der erfahrene Schulleiter gegenüber TAGEBLATT. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf einen Vorzug der Geschwister-Scholl-Oberschule als eine Bildungseinrichtung im ländlichen Raum. „Wir kennen viele Eltern und Schüler persönlich und wir haben festgestellt, dass sich die Schüler hier an der Schule sehr wohlfühlen – trotz der vorhandenen baulichen Mängel.“
Der Schulleiter bedauert das Scheitern der Gemeindeehe mit Bad Muskau nach dem Bürgerentscheid im November. Damit werden weitere Steine in den Weg auf der Suche nach den finanziellen Mitteln für die notwendigen Umbau- und Sanierungsarbeiten gelegt. Die Schule, die in diesen Tagen den 61. Jahrestag ihrer Einweihung feiert, steht als eine typische Bildungseinrichtung, wie sie in der DDR in kleineren Orten gebaut wurden, unter Denkmalschutz. Darauf gilt es, bei allen Projekten Rücksicht zu nehmen. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt man an der Geschwister-Scholl-Oberschule aber nicht untätig. So erfolgt in den Winterferien der Einbau von Brandschutztüren im Eingangsbereich. Zusammenfassend stellt Michael Christoph fest, dass die Oberschule Krauschwitz insgesamt ein Klima vermittelt, welches Schüler und Pädagogen in die Lage versetzt, dauerhaft gute Leistungen zu erbringen.


 Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft Christian Köhler(SZ) 16.01.2018-12:19   TOP 
Geschwister-Scholl-Oberschule feiert 60 Jahre Schulneubau. Großer Andrang zum Tag der offenen Tür.
Von Christian Köhler


Das Chemie-Kabinett ist beim Tag der offenen Tür immer besonders anziehend für Besucher. © Joachim Rehle


Am Montagnachmittag ist die Geschwister-Scholl-Oberschule in Krauschwitz voller Menschen. Das kommt nicht von ungefähr: 60 Jahre ist es her, dass die Schule nun in ihrer jetzigen Form besteht. Da wundert es nicht, dass viele Gäste – gerade im Schulflur – ihren Kopf nach oben richten, denn dort hängen Fotos von fast allen Schülerjahrgängen, die einst ihren Abschluss in Krauschwitz gemacht haben.

„Am Anfang standen die Anstrengungsbereitschaft, der Enthusiasmus und die Willensstärke von namentlich drei Personen“, berichtet Schulleiter Michael Christoph während der Feierstunde zu 60 Jahre Schulbau, „vom damaligen Bürgermeister Herr Schutza, dem ehemaligen Schulleiter Herr Göllrich sowie dem Elternvertreter und Gemeinderat Herrn Kreisel.“ Alle drei haben sich für den Bau der Schule 1957 starkgemacht. Hinzu kam die freiwillige Unterstützung durch die Krauschwitzer. 1958 konnte das Gebäude schlussendlich eingeweiht werden. „Ich freue mich besonders, dass heute Robby Göllrich, Marianne König und Hanna Luise Lippold anwesend sind, um zu erfahren, wie wichtig die Leistungen ihrer Väter für diesen Bau in Krauschwitz waren“, sagt Michael Christoph.

Erinnerung an die Anfangsjahre
Brigitte Haraszin kam 1958 auf die Schule und sieht sich am Montag in ihren ehemaligen Klassenräumen um. „Es hat sich sehr viel verändert, die Schule ist richtig schön geworden“, sagt sie dem TAGEBLATT. Damals hatte die Schule noch keine Turnhalle, sondern die Schüler mussten in einer alten Baracke den Unterricht absolvieren. „Da sind wir auf dem Schwebebalken im Handstand manchmal mit den Füßen an die Decke gestoßen“, erzählt Brigitte Haraszin. Erst im Februar 1964 erhielt die Geschwister-Scholl-Schule eine Turnhalle. Später, so berichtet Schulleiter Michael Christoph, „kam noch eine Hortbaracke mit vier Klassenräumen dazu“.

Nach 25 Jahren wurde die Schule erstmals renoviert. Allerdings blieb die Bausubstanz unverändert. 1992 wird Krauschwitz dennoch neben Weißwasser, Bad Muskau und Schleife Mittelschulstandort für insgesamt 400 Schüler. Erst 2004 beginnen dann erste Sanierungsarbeiten, die 2006 abgeschlossen werden. „An der Stelle der ehemaligen Aula entstanden drei moderne Fachunterrichtsräume, ein Lehrerzimmer und zwei Gruppenräume samt Keller“, erinnert sich Michael Christoph. Noch heute wartet die Schule allerdings auf die Fortsetzung der Sanierung. Nur über Spenden und Fördermittel des Landkreises war es 2010 möglich, die Toilettenlage zu erneuern. „Im März 2013 weihten wir die neue Turnhalle ein, denn die alte hatte ihren Dienst wahrlich getan“, fügt der Schulleiter an. Besonders freut ihn noch heute, dass dabei auch ein kleiner Sportplatz mitgebaut werden konnte.

Es bleibt ein steiniger Weg
Michael Christoph wünscht sich, dass in den kommenden Jahren weiter in die Schule investiert wird, denn „die Unterrichtsbedingungen für die Fächer Kunst und Musik müssen unbedingt verbessert werden. Es fehlen Vorbereitungs- und Unterrichtsmittel, und es gibt brandschutzrelevante Mängel, die abgestellt werden müssen“. Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) betont, dass sich die Gemeinde um Fördermittel für die Schule bemüht. Er selbst war in diesem Zusammenhang beim sächsischen Innenministerium, wie er während der Feierstunde berichtete. „Wir haben uns dort nach Fördermöglichkeiten für eine Schulsanierung erkundigt“, erklärt er. Die Gemeinde schätzt die Kosten für eine Sanierung samt Planung auf etwa 4,2 Millionen Euro. „Die Gemeinde kann dies jedoch nicht alleine stemmen“, schätzt der Bürgermeister ein; „alles wird davon abhängen, wie die finanzielle Ausstattung der Gemeinde bei einer möglichen Fusion mit Bad Muskau ist.“ Eine andere Chance, so Rüdiger Mönch weiter, außer über die Fusion die Schule zu sanieren, sehe er nicht. Auch in der sozialen Marktwirtschaft, fügt Michael Christoph an, „mit ihren Sparzwängen im öffentlichen Bereich, ist der Weg nicht einfacher als vor 60 Jahren – ein steiniger Weg“.

Weichen für neues Schuljahr gestellt
Am späten Nachmittag haben sich nicht nur ehemalige Schüler in Krauschwitz umgesehen, sondern auch künftige. Die Viertklässler – insbesondere aus Bad Muskau und Sagar – waren zu Gast. „Unsere Schüler der fünften Klasse zeigen den «Neuen», was es an der Oberschule für neue Fächer gibt“, erzählt Schulleiter Michael Christoph. Selbst an die beiden Schulen wollen die Mädchen und Jungen fahren.

Für Eltern ist die Woche vom 1. bis zum 7. März besonders wichtig: „In dieser Zeit müssen die Eltern ihre Kinder bei uns anmelden“, erläutert Christoph. Dazu braucht es eine Bildungsempfehlung, die die Grundschule ausstellt. Bis zum 24. Mai erteilt dann die Oberschule den Bescheid, ob das Kind an der Schule angenommen ist. Eltern, deren Kinder eine Lernschwäche wie etwa Probleme mit dem Lesen und Schreiben (LRS) haben, sollten dies ebenfalls der Krauschwitzer Schule mitteilen. „Dazu muss eine Diagnose des betroffenen Schülers vorliegen“, sagt der Krauschwitzer Schulleiter. In diesem Schuljahr gibt es in Krauschwitz 32 LRS-Schüler, die eine besondere Förderung im Lesen und Schreiben erhalten.

Bislang gibt es an der Krauschwitzer Oberschule noch keinen Sozialpädagogen. „Allerdings hat der Freistaat uns Mittel für das kommende Schuljahr zugesichert“, sagt Michael Christoph. Bislang hätte die Gemeinde für einen solchen Pädagogen aufkommen müssen. Dass in der heutigen Zeit ein Sozialpädagoge zur Unterstützung der Lehrkräfte an den Schulen sein muss, liegt für Michael Christoph an der Individualität der heutigen Schüler. „Es gibt Schüler, die einer integrativen Förderung bedürfen“, sagt er. Und das könnten Lehrer nur eingeschränkt leisten.


 Weihnachtsmarktbuden auf dem Schulhof Christian Köhler(SZ) 30.11.2017-15:19   TOP 
Bei einem Adventsmarkt haben die Krauschwitzer Oberschüler am Dienstag ihre Gäste bewirtet. 2018 feiert die Oberschule zudem ihren 60. Geburtstag.

Höhepunkt beim 4. Adventsmarkt an der Krauschwitzer Geschwister Scholl Oberschule war die Aufführung der 5. Klasse „Als der Weihnachtsmann sein Gedächtnis verlor“ © Joachim Rehle


Schon im Eingangsbereich der Krauschwitzer Oberschule duftet es am Dienstagnachmittag nach Frischgebackenem. Die etwa 220 Schüler sind eifrig bei der Sache, ihre Gäste beim 4. Adventsmarkt der Schule in weihnachtliche Stimmung zu versetzen. Julia, Mia und Anastasia von der 7b zum Beispiel haben schon am Montag damit angefangen, Adventsgestecke zu basteln, die heute unter das Volk gebracht werden sollen. „Wir haben auch noch Traumfänger und Pinsel im Angebot“, erklärt Julia. Ein Klassenzimmer weiter sitzen Amy und Anna von der 8. Klasse. Den ganzen Nachmittag haben sie Bascetta-Sterne gebastelt. „Wir haben uns einen Tag in den Ferien getroffen und abgesprochen, was wir machen“, erzählt Amy. Auf der anderen Seite des Schulgebäudes „bewachen“ Lea und Helena von der 7a den Kuchenbasar. „Wir haben schon beim Sommerfest Kuchen angeboten“, beschreibt Helena, „und es kommt immer gut an.“ Mit den Eltern haben sie mehrere Kuchen vorbereitet, die bereitwillig von den Gästen probiert und gekauft werden.

„Wir haben bereits am Schuljahresanfang damit begonnen, den Adventsmarkt vorzubereiten“, erklärt Schulleiter Michael Christoph. Jede Klasse habe sich bei dem Markt eingebracht: So hatten die Schüler der einzelnen Klassenstufen etwas Weihnachtliches zu basteln – was dann in den Marktbuden auf dem Schulhof verkauft werden konnte – und etwas zur Versorgung der Gäste beizutragen. Und das Angebot an Naschereien und Herzhaftem ist groß: Waffeln, Kuchen, Zuckerwatte oder Langos bieten die Schüler feil.

„Die Einnahmen gehen zu zwei Drittel in die Klassenkasse und zu einem Drittel in die Vorbereitung für die nächsten Feste“, erläutert der Schulleiter. Die nächsten Feierlichkeiten stehen schon im Januar ins Haus: „Unsere Schule wird 60 Jahre alt“, berichtet Michael Christoph mit Blick in die Zukunft, „und wir verbinden die Festlichkeiten mit einem Tag der offenen Tür am 15. Januar des kommenden Jahres.“

Doch zurück zum Weihnachtsmarkt. Im Schulhof sind die selbst gebauten Holzbuden hübsch dekoriert. Hunderte Gäste, Eltern, Omas und Opas drängen sich vom Stand zu Stand. „Ich finde den Adventsmarkt sehr schön“, sagt Renate Popp. Auch Renate Hemmo, die vor vielen Jahren selbst Schülerin in Krauschwitz gewesen ist, schaut, was ihre Enkel auf die Beine gestellt haben. „Ich habe mir nicht nur etwas zu Essen gekauft, sondern auch ein kleines Geschenk ergattert“, erzählt Renate Hemmo. Die Schüler wiederum freut die positive Rückmeldung – auch deshalb, weil die Einnahmen schließlich die Klassenkasse aufbessern und so die nächste Klassenfahrt schon fast in Sack und Tüten ist.

„Wir als Schule bekommen die Rückmeldung, dass der Adventsmarkt schon eine feste Größe in der Gemeinde ist“, sagt der Schulleiter stolz. Und dass sich auch die Schüler einbringen, die als Flüchtlinge vor Monaten nach Krauschwitz gekommen sind, rundet alles ab. „Ich hoffe, dass die beiden Schüler, die derzeit noch im Asylbewerberheim in Weißkeißel untergebracht sind, an unserer Schule bleiben können“, so der Schulleiter. Denn das Heim soll Ende Januar geschlossen werden.


 Jeder Fünfte hat eine Lernschwäche Christian Köhler (LR) 13.01.2015-13:19   TOP 
Tag der offenen Tür der Oberschule Krauschwitz / Informationen zu Fördermöglichkeiten

Zum Tag der offenen Tür an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Krauschwitz haben sich Eltern und Kinder ihre zukünftige Schule angesehen. Dabei haben Lehrer einen Einblick in Förderschwerpunkte und Ganztagsangebote gegeben.




Natalie aus der Zehnten zeigt Jason Prietz unter Anleitung von Lehrerin Steffi Hahn ein Experiment im Chemiekabinett der Schule.
Foto: Köhler


Die Türen der Geschwister-Scholl-Oberschule stehen weit offen. Eltern und (Noch-)Grundschüler nutzen die Möglichkeit gern, um sich in der Schule und den Fachkabinetten umzusehen. Der zehnjährige Jason Prietz aus Weißwasser sieht sich zusammen mit Mutti und Bruder Juan die Schule an. "Mein Bruder geht schon seit drei Jahren auf die Schule", sagt er. Nun möchte auch er auf die Krauschwitzer Schule. "Wir haben hier gute Erfahrungen gemacht", bestätigt Mutter Dana Prietz. Der Zehnjährige macht am liebsten Sport. "Dafür haben wir viele Ganztagsangebote und AG's" erklärt der stellvertretende Schulleiter Frank Seidel.

Unterdessen sitzen in der zweiten Etage Kerstin Gieseking und Karin Tillack, die sich um den Förderunterricht der Schule kümmern. "Wir beobachten in den letzten Jahren eine Zunahme von Lese- und Rechtschreibschwächen (LRS)", sagt Kerstin Gieseking. Im Schnitt würden fünf Schüler in jeder Klasse sitzen, die eine solche Teilleistungsschwäche aufweisen. In den ersten Wochen des neuen Schuljahrs müssen deshalb alle neuen Schüler ein Übungsdiktat schreiben. "Anhand der dabei durchgeführten Fehleranalyse können wir einen Verdacht auf Legasthenie feststellen", so Gieseking. Anschließend biete die Lehrerin den Eltern an, das Kind durch das Schulamt in Bautzen auf LRS diagnostizieren zu lassen. "Dies ist besonders für den weiteren Schul- und Ausbildungsweg wichtig", erklärt sie. Legasthenie sei keine Krankheit, sondern angeboren und bleibe ein Leben lang. Daher würde der Schüler einerseits in anderen Fächern das oft schlechtere Schriftbild nicht bewertet bekommen, andererseits könnten die Fördermöglichkeiten an der Schule genutzt werden. "Für LRS haben wir parallelen und getrennten Förderunterricht und Materialen für die Klassen fünf bis neun", beschreibt Kerstin Gieseking.

Im Bereich der besonderen Rechenschwäche ist Karin Tillack verantwortlich. "Oftmals zeigt sich eine Rechenschwäche schon im Grundschulalter", so Tillack. Ohne die Mitarbeit der Eltern gehe es aber auch hier nicht. "Gerade in Mathe sollten die Kinder durch eine spezielle Methodik unterrichtet werden", erklärt sie. Stundenlanges Üben mit den Eltern bringe dabei wenig, sondern fördere oftmals nur die Unlust des Kindes.

In Krauschwitz wird für beide Schwächen jeweils eine Förderstunde pro Woche angeboten.


  

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